- Do., 12. Februar 2026 und Weitere
- 20:00 - 10:00
- Innsbruck, Kammerspiele
Sein oder Nichtsein
Eine Schauspieltruppe probt eine Nazi-Satire, bis der Krieg Realität wird. Als eine Todesliste des antifaschistischen Undergrounds auftaucht, müssen aus Schauspieler:innen plötzlich Meister:innen der Täuschung werden.
Echte Nazis treffen auf falsche Nazis, falsche Nazis auf echte Spione, echte Spione auf halbfalsche Doppelagenten – Theater wird Überlebensstrategie. Eine bizarre Verwechslungskomödie.
Die Story
Warschau 1939, wenige Wochen vor dem Einmarsch der deutschen Herrenmenschen in Polen. Am Polskitheater wird auf Hochtouren für die nächste Premiere geprobt. Das Stück: eine handfeste Komödie über die Gestapo. Das Bühnenbild: ein hyperrealistisch simuliertes Gestapo-Hauptquartier. Die Kostüme: verblüffend echt wirkende Gestapo-Uniformen. Heil Hitler! Heilt Hitler! Das wird ein Spaß! Oder doch nicht. Noch bevor die Nazisatire ihre Premiere erlebt, wird sie von der polnischen Zensurbehörde abgesetzt. Ersatzweise kommt Hamlet auf den Spielplan, sehr zur Freude von Josef Tura, seines Zeichens Hauptdarsteller und Rampensau mit gewaltigem Bühnenego. Umso kränkender für Tura, dass in jeder Vorstellung der immergleiche Zuschauer – jung, attraktiv, Fliegeruniform – aufs Stichwort «Seinodernichtsein» den Saal verlässt. Wohin der fesche Flieger verschwindet, weiß nur Maria Tura, Josefs ebenfalls schauspielende Frau, nämlich in ihre Garderobe. SCHNITT.
Warschau 1940. Das Polskitheater ist geschlossen, das Ensemble hofft auf echten Bohnenkaffee und bessere Zeiten. Da taucht der fesche Flieger wieder auf. Diesmal nicht in amouröser Mission, sondern in politischer: Widerstand gegen das Regime! Die Schauspieltruppe schließt sich der Mission an und spielt, als Nazis verkleidet, endlich das, wofür sie vor dem Krieg geprobt hat. Aber anders als vor dem Krieg geht es jetzt wirklich um Sein oder Nichtsein, um Leben und Tod.
Am Tiroler Landestheater spielen wir nicht um unser Leben. Gut so! Und damit es so bleibt, wollen wir über den Faschismus lachen, bis er endlich totgelacht ist.
Der Stoff
New York 1938. Der ungarische Dramatiker und Exilant Melchior Lengyel schreibt eine brutal lustige Komödie über die Nazis mit dem Titel Noch ist Polen nicht verloren. Auf Wunsch seines Freundes Ernst Lubitsch, der bereits 1922 aus Deutschland in die USA emigriert ist, arbeitet Lengyel das Stück in ein Drehbuch um. Als Dialogdesigner wird der Komödienspezialist Edwin Justus Mayer engagiert. 1942 kommt der Film unter dem Titel Sein oder Nichtsein in die US-amerikanischen Kinos. Ein Kritiker der New York Times schreibt: «So, wie der Film ist, hat man das komische Gefühl, Mr. Lubitsch sei Nero, der zum Brand von Rom Geige spielt.» Heute gilt Sein oder Nichtsein als Filmklassiker und – in der Adaption von Nick Whitby aus dem Jahr 2008 – als Bühnenblockbuster. Eingedenk der politischen Verwerfungen unserer Zeit sieht es fast so aus, als würden wir wieder zum Brand von Rom Geige spielen. Aber wie hat schon Lubitsch seinerzeit gesagt: «Ich bin nicht Nero. Und die Geige spiele ich nur, weil es das Feuer ärgert.»
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Februar
Do., 12. Februar 2026 - 20:00 - 10:00
Fr., 13. Februar 2026 - 20:00 - 10:00
Sa., 14. Februar 2026 - 19:30 - 09:30
So., 15. Februar 2026 - 19:30 - 09:30
Mi., 18. Februar 2026 - 20:00 - 10:00
Fr., 20. Februar 2026 - 20:00 - 10:00
So., 22. Februar 2026 - 19:30 - 09:30
Do., 26. Februar 2026 - 20:00 - 10:00
Fr., 27. Februar 2026 - 20:00 - 10:00März
Sa., 7. März 2026 - 19:30 - 09:30
Sa., 21. März 2026 - 19:30 - 09:30
Fr., 27. März 2026 - 20:00 - 10:00- Es gibt keine vergangenen Termine